Felix Trautmann (Hg.)

Das politische Imaginäre

Freiheit und Gesetz V

Mit Texten von Isolde Charim, Andreas Hetzel, Claude Lefort, Oliver Marchart, Louis Marin, Ethel Matala de Mazza, Juliane Rebentisch, Martin Saar, Felix Trautmann

Welche Rolle spielen das Imaginäre und das Vermögen der Einbildungskraft im Politischen? Als schöpferische Kraft verweist die Imagination zunächst auf das Feld des Ästhetischen. Dieser Einschränkung stellen sich die versammelten Texte vehement entgegen und betrachten den Zusammenhang von Ästhetik und Politik nicht allein unter dem Verdikt der Ästhetisierung. Die politische Virulenz des Imaginären zeigt sich dabei nicht allein in den vielfältigen politischen Fiktionen, welche die Geschichte des Absolutismus und modernen Totalitarismus durchziehen. Auch im Rahmen demokratischer Ordnungen gilt es zu klären, in welcher Weise das Imaginäre in der Herausbildung politischer Gemeinschaften am Werke ist. Das Imaginäre spielt dabei nicht nur für die Konstitution und Stabilisierung gesellschaftlicher und politischer Ordnungen eine Rolle, sondern auch in politischen Konflikten und Umbruchsphasen. Ausgehend von dieser Ambivalenz untersuchen die Beiträge des Bandes zeitgenössische Diskurse des Politischen anhand der emanzipatorischen, konservativen und ideologischen Momente des Imaginären.

Felix Trautmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt. Von 2012-2014 war er Stipendiat im NFS Bildkritik / eikones an der Universität Basel. Zuletzt ist von ihm erschienen: Partage. Zur Figurierung politischer Zugehörigkeit in der Moderne (2010).

Inhaltsverzeichnis

Das politische Imaginäre. Zur Einleitung

Felix Trautmann

9

Teil 1

Der glorreiche Körper des Königs und sein Porträt

Louis Marin

31

Fabelhafte Macht. Louis Marin liest Jean de la Fontaine

Ethel Matala de Mazza

71

Der David'sche Moment. Repräsentation zwischen Symbolischem und Imaginärem

Oliver Marchart

95

Teil 2

Politik und Imagination bei Spinoza

Martin Saar

121

„Niemand zu eigen.“ Zur Rolle der Einbildungskraft in den Subjektivierungstheorien von La Boétie und Vico

Andreas Hetzel

143

Teil 3

Entwurf zur Genese der Ideologie in modernen Gesellschaften

Claude Lefort

169

Der demokratische Glaube

Isolde Charim

203

Erscheinen. Bruchstücke einer politischen Phänomenologie

Juliane Rebentisch

217