Daniel Loick

Der Missbrauch des Eigentums

Die Hausbesetzer_innenbewegung prägte den Slogan Lieber Instandbesetzen als Kaputtbesitzen. Der Ausdruck des Kaputtbesitzens impliziert dabei die These, Eigentum – und zwar Eigentum als solches und nicht etwa nur eine zu große Anhäufung von Eigentum in den Händen Einzelner – sei nicht eine Bedingung, sondern ein Hindernis des Gebrauchs. In Anknüpfung daran unternimmt der Essay den Versuch einer systematischen Kritik des Eigentums. Der Missbrauch des Eigentums, so zeigt Daniel Loick, hat dabei eine objektive und eine subjektive Seite: Das Rechtsinstitut des Eigentums entzieht die Gegenstände ihrer Gebrauchbarkeit durch die Menschen und es deformiert die Menschen selbst auf eine Weise, dass sie eines sinnvollen Gebrauchs von Gegenständen nicht mehr fähig sind. Diese These wird sowohl mittels einer kritischen Lektüre klassischer Eigentumsbegründungen, als auch durch die Rekonstruktion verschiedener einschlägiger Eigentumskritiken erläutert. Im Dialog mit Locke und Hegel, Marx und den franziskanischen Theologen formuliert Loick eine eminent politische Eigentumskritik, die in der Hausbesetzung ihr Paradigma hat und durch die gegenwärtige Diskussion um die Commons neue Impulse bekommt.

Daniel Loick lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuletzt ist von ihm erschienen: Kritik der Souveränität (2012).

Inhaltsverzeichnis

Lieber Instandbesetzen als Kaputtbesitzen

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I. Der Gebrauch des Eigentums

1.1. Die liberale Begründung des Eigentums

Vereinzelte Konsumtion – Vereinzelte Produktion – Vereinzelte Zirkulation – Kapitalistisches Kaputtbesitzen – Koloniales Kaputtbesitzen

19

1.2. Die ontologische Begründung des Eigentums

Subjekt als Appropriationseffekt – Intersubjektivität als Vertragsverhältnis – Gesellschaft mit beschränkter Haftung – Kaputte Subjekte – Kaputte Intersubjektivität – Kaputte Gesellschaft

45

II. Der Missbrauch des Eigentums

2.1. Die soziale Kritik des Eigentums

Ungerechtigkeit, Dysfunktionalität, Entfremdung – Kommunismus als Aktiengesellschaft – Von der sozialen zur ethischen Kritik

78

2.2. Die ethische Kritik des Eigentums

Der Streit um die Armut – Recht, keine Rechte zu brauchen – Die Herrschaft des Eigentums – Armut und Demokratie – Genussunfähigkeit – Von der ethischen zur politischen Kritik

92

2.3. Die politische Kritik des Eigentums

Gebrauch ohne Aneignung – Commoning als Instandbesetzung – Die Besetzung des oikos

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Nicht bei sich selber zu Hause zu sein (Epilog)

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