Jean Starobinski

Geschichte der Melancholiebehandlung

Zweite überarbeitete Auflage, mit einem Vorwort von Cornelia Wild

Dass Melancholie eine Geschichte hat, die immer auch eine Geschichte ihrer Therapie und somit ihrer Überwindung ist, wird meist vergessen. Seit der Antike im Zwischenraum der Episteme angesiedelt, schwankt sie zwischen Passionen, Todsünden, Krankheit, Wahnsinn und Literatur. Mit seiner Melancholie-Studie an den Grenzen der Diskurse schreibt Starobinski darum moderne Epistemologie: Die Geschichte der Melancholiebehandlung erweist sich als Geschichte des Entzugs.

Jean Starobinski studierte Medizin und Literaturwissenschaft und war bis zu seiner Emeritierung Professor für die Geschichte der französischen Literatur, für Ideengeschichte und Medizingeschichte an der Universität Genf. Zuletzt sind von ihm erschienen: Die Zauberinnen. Macht und Verführung in der Oper (2007) und Wege der Poesie (2011).

Inhaltsverzeichnis

Anmerkung zur Übersetzung

9

Die psychische Kur: Anagrammatik und Epistemologie

Cornelia Wild

13

Geschichte der Melancholiebehandlung von den Anfängen bis 1900

31

I. Einleitung

33

II. Die Antike

37

II.1. Homer - II.2. Die Hippokratischen Schriften - II.3. Celsus - II.4. Soranos von Ephesos - II.5. Aretaios von Kappadokien - II.6. Galen - II.7. Die philosophische Intervention

38

III. Die Last der Tradition

77

III.1. Die Sünde „acedia“ - III.2. Hildegard von Bingen - III.3. Constantinus Africanus - III.4. Die Renaissance - III.5. Dievapeurs - III.6. Fortleben der Theorie - III.7. Sydenham - III.8. Friedrich Hoffmann - III.9. Anne-Charles Lorry

78

IV. Die Moderne

111

IV.1. Neue Konzepte - IV.2. Pinel und Esquirol - IV.3. Methoden der „psychischen Kur“ - IV.4. Die Drehmaschine - IV.5. Reisen - IV.6. Das Heilbad - IV.7. Musik - IV.8. Familiäre Therapie - IV.9. Lässt sich Vererbung verhindern? - IV.10. Neuerungen und Rückschläge - IV.11. 1900: Vorläufige Grenzen des medizinischen Wissens

112

V. Literaturverzeichnis

195

VI. Namens- und Sachregister

202