Simon Rothöhler

High Definition

Digitale Filmästhetik

Es erscheint auf stark reflektierenden Notebook-Displays, materialisiert sich auf von Fingerabdrücken verschmierten Smartphone-Touch-Screens; es ist heimkinogroß beambar, widerstandslos aufrufbar, generell portabel geworden und oft nur einen Klick von anderen visuellen Streams entfernt, ein Desktop-Fenster unter anderen. Es: das Filmbild – von Serge Daney einst als „Sonderfall des Bildes“ bezeichnet; heute, unter den Bedingungen der „post-kinematografischen“ Diffusion des Films, jedoch mit multiplen Identitäten ausgestattet. Eine davon hört, Screen-übergreifend, auf das Label „High Definition“ und steht nicht nur für einen im Industriekonsens verabredeten (Re-)Produktionsstandard, sondern zugleich für eine spezifische ästhetische Differenz im visuellen Feld der Gegenwart. Mit Blick auf HD-Filme wie Collateral, Leviathan, Holy Motors, The Hobbit, Drive und Public Enemies soll das hochaufgelöste Bild als Sonderfall digitaler Filmästhetik untersucht werden.

Rezensionen:

» Elisabeth Maurer in Negativ vom 22.11.2013

Simon Rothöhler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Filmwissenschaft an der FU Berlin und leitet das DFG-Projekt „Streaming History. Verteiltes Gedächtnis, vernetzte Bildordnung: Filmische Dokumente der Shoah im Web 2.0“. Mitgründer und Herausgeber der Zeitschrift CARGO Film/Medien/Kultur. Zuletzt erschienen sind: The West Wing (2012) und Amateur der Weltgeschichte. Historiographische Praktiken im Kino der Gegenwart (2011).

Inhaltsverzeichnis

I.

1. Neue Medien des Kinos

9

2. So gut wie Film

17

II.

1. Nachtbild (COLLATERAL)

31

2. Effektbild (THE HOBBIT, HOLY MOTORS)

39

3. Dokumentarkunstbild (LEVIATHAN, STREET)

59

4. Geschichtsbild (PUBLIC ENEMIES)

81

Glossar

92

Filmografie

93

Bibliografie

94