Volker Pantenburg

Ränder des Kinos

Godard – Wiseman – Benning – Costa

Wo der „Rand“ und wo das „Zentrum“ des Kinos liegen soll, ist heute angesichts einer Unzahl privater und öffentlicher Abspielmöglichkeiten und Erscheinungsweisen von Filmen unklarer als je zuvor. Die agitatorischen Filme der Dziga-Vertov-Gruppe um Jean-Luc Godard, Frederick Wisemans „Kleinstadtsymphonien“, James Bennings US-amerikanische Landschaftsstudien und Pedro Costas dokumentarische Fiktionen fassen die Frage nach den Rändern je unterschiedlich auf. Mal technisch-materialistisch wie Godard und Jean-Pierre Gorin, wenn sie 1968 das dominante 35mm-Format durch die Arbeit mit 16mm-Kameras ersetzen und nach alternativen Formen der Distribution suchen; mal narrativ, wenn sie, wie Benning, Topographie und Geschichte an die Stelle von Psychologie und Geschichten setzen; und schließlich gesellschaftlich, wenn Costa seine Filme aus dem langfristigen Zusammenleben mit den Marginalisierten im Lissabonner Stadtteil Fontainhas erarbeitet.

Volker Pantenburg ist Professor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Buchpublikationen unter anderen: Film als Theorie. Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard (2006, englische Übersetzung 2015), Ränder des Kinos. Godard – Wiseman – Benning – Costa (2010), Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema (hg. zus. mit Gertrud Koch und Simon Rothöhler, 2012) und Kino Enthusiasmus. Die Schenkung Heiko Bachstein (hg. mit Katrin Richter, 2016). Von 2010 bis 2013 leitete er das Junior Fellow Programm „Theorie und Geschichte kinematografischer Objekte“ am IKKM Weimar.

Inhaltsverzeichnis

Ränder des Kinos

7

I. Politik der Konfusion. Jean-Luc Godard und die Filme der Dziga Vertov-Gruppe

13

II. Gewöhnliche Orte. Frederick Wisemans Kleinstadtsymphonien

31

III. Encyclopedia Americana. James Benning: Zeiten. Orte. Wahrnehmungen.

53

IV. Vereinzelung und Zusammenhang. Pedro Costas rigide Anordnungen

79

Bibliographie

108

Nachweise und Dank

111