Juliane Rebentisch und Dirk Setton (Hg.)

Willkür

Freiheit und Gesetz II

Mit Texten von Alexander García Düttmann, Andrew Norris, Terry Pinkard, Juliane Rebentisch, Rado Riha und Dirk Setton

Der zweite Band der Reihe „Freiheit und Gesetz“ stellt einen Begriff ins Zentrum, der dem philosophischen Blick seit jeher verdächtig erschien: den der Willkür. Er beschreibt ein freies, grundloses Wollen, das sich in einer Freiheit jenseits von Gesetzen und Regeln realisiert – einer Freiheit, die sich durch nichts beschränken lässt, noch nicht einmal durch eine Vorstellung des Guten. Klassischen Theorien gilt sie entweder als „Unding“, oder als defizitäre Form der Freiheit, die durch Autonomie zu überwinden ist. Die Beiträge des Bandes versuchen demgegenüber, in Auseinandersetzung mit Kant und Hegel die philosophische und politische Bedeutung der „Willkür“ neu zu deuten. Setzt Autonomie nicht Willkür voraus? Oder mehr noch, schließt Freiheit nicht notwendig ein Moment der Freiheit von Gesetzen wie von etablierten Verständnissen des Guten ein? „Vielleicht ist der Gedanke, den fast alle Texte des Bandes auf verschiedene Weise variieren“, schreibt Alexander García Düttmann, „dass die Freiheit immer nur über einen Umweg zu sich findet; dass sie nur sie selber ist, wenn sie nicht sie selber ist, wenn sie in einer Differenz besteht, sich loslässt, als wäre sie gleichsam sich selbst gegenüber frei.“

Juliane Rebentisch ist Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main. Buchveröffentlichungen u.a.: Ästhetik der Installation (2003) sowie Die Kunst der Freiheit. Zur Dialektik demokratischer Existenz (2012).

Dirk Setton lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und ist Mitglied im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zuletzt von ihm erschienen: Unvermögen. Die Potentialität der praktischen Vernunft (2012).

Inhaltsverzeichnis

Freiheit ohne Gesetz. Zur Einleitung

Juliane Rebentisch und Dirk Setton

7

I. Kant

Handeln, "ob ich gleich nichts anderes wollte". Kants praktische Philosophie als Theorie des subjektivierenden Handelns

Rado Riha

29

Akt der Willkür. Kant und das Problem der Wirklichkeit der Freiheit

Dirk Setton

51

II. Hegel

Wollen und Entscheiden. Hegel über Ironie, das Böse und die souveräne Ausnahme

Andrew Norris

101

Die Moralität der Ironie. Hegel und die Moderne

Juliane Rebentisch

141

Die Wahrheit der Subjektivität?

Terry Pinkard

183

Zu den Autoren

193