Georges Canguilhem

Die Erkenntnis des Lebens

Aus dem Französischen von Till Bardoux, Maria Muhle und Francesca Raimondi

Der 1965 erschienene Band La connaissance de la vie, der nun in deutscher Übersetzung vorliegt, versammelt Aufsätze Georges Canguilhems, die aus biologischer, medizinischer und neovitalistischer Perspektive die Beziehungen zwischen Denken und Leben untersuchen. Canguilhem entwickelt hier seine berühmte These, dass Leben nicht primär als Zyklus der Selbsterhaltung, sondern im Sinne einer produktiven Dynamik verstanden werden sollte, die ihre eigene Normativität hervorbringt und verändert. Diese radikale Neubestimmung des Lebensbegriffs ist zu einem maßgeblichen Bezugspunkt für die zeitgenössische Diskussion in der Philosophie, der Ästhetik und der Wissenschaftsgeschichte geworden. Canguilhems neovitalistische Reflektionen werfen so ein neues Licht auf die gegenwärtigen Debatten um Biopolitik und Biowissenschaften, die durch Canguilhems berühmten Schüler Michel Foucault angeregt wurden.

Georges Canguilhem (1904–1995), französischer Philosoph und Wissenschaftshistoriker, hat das Werk Michel Foucaults, Pierre Bourdieus und Alain Badious (u.a.) wesentlich beeinflusst. Zu seinen Hauptwerken gehören: Das Normale und das Pathologische (1966, dt. 1974, 1977), Études d’histoire et de philosophie des sciences (1968), Die Herausbildung des Reflexbegriffs im 17. und 18. Jahrhundert (1955, dt. 2007).

Inhaltsverzeichnis

9

Vorbemerkung zur ersten französischen Ausgabe von 1952

11

Vorbemerkung zur zweiten französischen Ausgabe von 1965

12

Anmerkung der Übersetzer

Einleitung

15

Das Denken und das Lebendige

I. Methode

27

Das Experimentieren in der Tierbiologie

II. Geschichte

75

Die Zelltheorie

III. Philosophie

149

Aspekte des Vitalismus

183

Maschine und Organismus

233

Das Lebendige und sein Milieu

281

Das Normale und das Pathologische

309

Die Monstrosität und das Monströse

Anhang

337

I. Anmerkung zum Übergang von der Faser- zur Zelltheorie

341

II. Anmerkung über die Zusammen- hänge zwischen der Zelltheorie und der Philosophie von Leibni

345

III. Auszug aus Stenos Rede über die Anatomie des Gehirns vor den Herren der Versammlung bei Herrn Thévenot in Paris im Jahre 1665

348

Auswahlbibliographie

354

Index