Gilles Châtelet

Leben und Denken wie die Schweine

Über die Anstiftung zu Neid und Langeweile in den Marktdemokratien

Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek, mit einem Vorwort von Alain Badiou

Vernichtendes Urteil über die vom Markt beherrschte Demokratie und Analyse ihrer Entstehung, lädt das letzte Buch von Gilles Châtelet zur archäologischen Erkundung unserer Gegenwart ein: Ressentiment und Populismus finden ihren gemeinsamen Ausgangspunkt in einer Allianz von Politik, Wirtschaft und Kybernetik, der es gelang, die befreienden Energien des Aufbruchs von 1968 in die Subjektform des Durchschnittsmenschen umzulenken. In einer Gesellschaft der Konkurrenz, so Châtelets Einsicht, schaffen Chaostheorie und Nomadismus – einst Zauberwörter einer neuen Philosophie der Differenz – am Ende nur Langeweile.

Bei seinem Erscheinen 1998 in Frankreich unerwarteter Erfolg und polemisches Vermächtnis zugleich, liegt mit Leben und Denken wie die Schweine nun erstmals ein Buch Châtelets in deutscher Sprache vor. Es bietet Einblick in ein hierzulande viel zu wenig bekanntes Denken, dem es auch in seiner epistemologischen Auseinandersetzung mit Physik und Mathematik immer um Individuation, Befreiung, kurz, um das Leben geht.

Gilles Châtelet, geboren 1944 in Paris, war ein französischer Philosoph und
Mathematiker. Aktiv in der Studierenden und Homosexuellenbewegung, unterrichtete er ab den späten 1970er Jahren an verschiedenen Universitäten, u.a. an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Am 11. Juni 1999 nahm sich Châtelet in Paris das Leben.