Niklaus Largier and Anja Lemke (ed.)

Theorien des Möglichen

With contributions by Rüdiger Campe, Eva Geulen, Torsten Hahn, Niklaus Largier, Anja Lemke, Nicolas Pethes and Dirk Setton

„Wenn es einen Wirklichkeitssinn gibt, muss es auch einen Möglichkeitssinn geben“, so Musils bekanntes Diktum aus dem Mann ohne Eigenschaften. Wie ein solcher ‚Möglichkeitssinn‘ zu verstehen ist, wie er sich gegenüber der Wirklichkeit verhält, in welcher Weise Potentialität und Aktualität aufeinander bezogen sind und ob sich das Mögliche jenseits eines bloßen „Noch-nicht-Wirklichen“ als eigenständiger Seinsmodus bestimmen lässt, beschäftigt das Denken bereits seit der Antike und hat bis heute nicht aufgehört, neue theoretische Ansätze hervorzubringen. Der vorliegende Band zu Theorien des Möglichen stellt diese Ansätze anhand von ausgewählten Texten einschlägiger Autoren der Theoriegeschichte vor. Von Aristoteles über Meister Eckhart, Martin Heidegger, Hans Blumenberg und Giorgio Agamben bis hin zu Niklas Luhmann und Vertretern aktueller Wissenschaftstheorien werden unterschiedliche Modelle des Möglichen beleuchtet. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf der Rolle, die Kunst und Ästhetik als genuiner Raum alternativer Möglichkeitsräume im Kontext dieser Modelle einnehmen.

Niklaus Largier lehrt als Professor für Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der University of California in Berkeley. Zuletzt ist von ihm erschienen: Spekulative Sinnlichkeit (2018).

Anja Lemke ist Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln und Direktorin des Internationalen Käte-Hamburger-Kollegs „Morphomata“. Zuletzt ist von ihr erschienen: Art works. Ästhetik des Postfordismus, Gemeinschaftspublikation des Netzwerks „Kunst und Arbeit“ (2015).