Vorschau Herbst 2021

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Mit Hervé Guiberts Roman Dem Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat machen wir ein eindrückliches Dokument der künstlerischen Auseinandersetzung mit den frühen Jahre der Aids-Epidemie erneut zugänglich. Zusammen mit der Erstübersetzung von Guiberts Krankenhaustagebuch Zytomegalievirus lässt sich so nicht nur ein Vorläufer schwuler und queerer Autofiktionen wiederentdecken, sondern auch ein radikaler Beitrag zur Literatur der Krankheit. Diese bittere Erde (ist womöglich nicht, was sie scheint) versammelt wegweisende Texte der afroamerikanischen Literaturwissenschaftlerin Saidiya Hartman, die an der Grenze zwischen Geschichtsschreibung und Literatur das Leben und Handeln Schwarzer Frauen in und nach der Sklaverei erforschen. Alexander García Düttmann legt mit Die Hoffnungslosen eine kleine Typologie derjenigen vor, die nicht in die Zeit passen – gegen die Komplizenschaft und für ein erstauntes Lachen. Johanna Bussemer und Katja Kipping zeigen, wie ein Green New Deal als Zukunftspakt aussehen kann, der die sozialen und ökologischen Krisen entschärft und Konsequenzen aus dem Corona-Schock zieht. Theorien des Möglichen, herausgegeben von Niklaus Largier und Anja Lemke, und der zweite, dem Werk Roger Caillois’ gewidmete Band der Logik des Imaginären, herausgegeben von Anne von der Heiden und Sarah Kolb, untersuchen historische Formen eines Denkens, das Potenzialitäten und Querverbindungen in sein Zentrum stellt.

Eintrag vom 28 April 2021